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Der Teilnehmerrekord war nicht die einzige, vereinsinterne Bestmarke, die in München fiel.
Das Eisenacher Rettungssportteam trat am letzten Oktoberwochenende bei den 53. Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften (DMM) in München an. Rund 1.200 der schnellsten Rettungssportler Deutschlands kamen dort zusammen, um in fünf Altersklassen (AK) die Besten ihrer Zunft zu ermitteln.
„Der Ursprung unseres wundervollen Rettungssports hat einen ernsten Hintergrund: Menschen im und am Wasser zu schützen. Aus diesem Anspruch ist ein Sport entstanden, der Menschen aus ganz Deutschland und manchmal sogar aus aller Welt zusammenbringt“, sagt Ute Vogt, die Präsidentin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, ergänzt: „Rettungsschwimmen ist eine Disziplin, die in besonderer Weise die Brücke zwischen sportlicher Höchstleistung und gesellschaftlicher Verantwortung schlägt. Neben dem Schwimmen wird nämlich gleichzeitig eine der lebenswichtigsten Kompetenzen trainiert: die Fähigkeit, in kritischen Situationen besonnen, präzise und entschlossen zu handeln.“
Zu den diesjährigen Meisterschaften hatte sich das Eisenacher Rettungssportteam mit einer Rekordanzahl an Teilnehmern qualifiziert. Und das war nicht die einzige, vereinsinterne Bestmarke, die in München fiel.
„Gleich Zweiundzwanzig Sportlerinnen und Sportler haben das begehrte Ticket für München gelöst, so viel wie noch nie“, berichtet Dorothea Rose, Technische Leiterin Ausbildung in Eisenach stolz. „Das zeigt eindrucksvoll, welch gute Arbeit durch unser Trainerteam geleistet wird.“
Rettungssport verbindet sportlichen Wettkampf mit Fähigkeiten, die im Ernstfall Leben retten können. Dabei werden Rettungstechniken gezielt trainiert und weiterentwickelt. Wer im Wettbewerb bestehen will, braucht Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit sowie einen sicheren Umgang mit den Rettungsgeräten. Besonders deutlich wird dieser Anspruch ab der Altersklasse 13/14: Hier müssen die Sportlerinnen und Sportler 40 Kilogramm schwere Rettungspuppen gegen die Uhr transportieren.
Den Auftakt machten am Freitag die Einzelwettbewerbe. Caroline Penz (AK15/16) eröffnete den Wettkampf für Eisenach. Für sie waren es bereits die fünften Deutschen Mehrkampfmeisterschaften. Und Caro zeigte auch in diesem Jahr beeindruckend, dass sie zu den Besten Deutschlands gehört. Sie verbesserte sich in allen ihren Wettkampfdisziplinen teils deutlich. Völlig unerwartet belegte sie einen starken 11. Platz im Endklassement.
Emilia Steinbach (AK 13/14) steigerte bei ihrer ersten Einzelteilnahme an Deutschen Meisterschaften ihre Leistungen gegenüber dem Salzpokal. Das gelang ihr trotz einer krankheitsbedingt eingeschränkten Vorbereitung. Als Außenseiterin angereist, ließ sie im Wettkampf mehrere Kontrahentinnen hinter sich.
In der Altersklasse 12 schafften gleich zwei Eisenacherinnen den Sprung nach München. Nora Luise Höft und Pia Kammler starteten in jeder ihrer drei Disziplinen gemeinsam in einem Lauf. Und sie spornten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Am Ende platzierten sich beide mit Platz 8 für Nora und Platz 10 für Pia in den Top Ten. Damit brachen sie einen weiteren Vereinsrekord. Dieses Kunststück war vor den beiden noch keinen Eisenacher Sportlern gelungen. Sie zeigten damit eindrucksvoll, dass mit ihnen auch zukünftig zu rechnen ist.
Der zweite Wettkampftag gehörte den Staffeln. Hier sind vier hochtechnische Disziplinen zu absolvieren. Nur wer in allen vier fehlerfrei bleibt, kann am Ende ein gutes Ergebnis erzielen. In der Altersklasse 12 weiblich traten Tamina Döbel, Pia Kammler, Margarethe Lenk, Hannah Stegmann und Frieda Jacob an. Die Sportlerinnen brannten darauf, ihre Zeiten zu verbessern und ins Mittelfeld aufzurücken. Dieses Ziel übertrafen sie bei weitem. Mit Platz 12 holten sie das beste Ergebnis einer Eisenacher Mannschaft bei Deutschen Meisterschaften!
Die Jungs der Altersklasse 12 (Arthur und Leonhard Engel, Florian Godehardt, Bennek Weber und Phil Kammler) gingen ebenfalls hochmotiviert an den Start. Trotz eines kleinen technischen Fehlers nutzen nutzten sie ihre Außenseiterchance und sicherten sich am Ende Rang 22.
„Unser Trainingslager in Gera hat sich voll ausgezahlt“, sagt Trainerin Lilly Marleen Weber.
„Besonders durch die intensiv trainierten Wechsel konnten wir Zeit gutmachen“, ergänzt Christian Becker.
Die Mannschaft der Altersklasse 15/16 weiblich (Nele Sophie Höft, Caroline und Henriette Penz, Emilia und Paulina Müller) hatte sich erst Anfang des Jahres in dieser Konstellation zusammengefunden. Das war ihnen nicht anzumerken. Besonders in der Disziplin 4x 50 Meter Hindernis schockten sie ihre Konkurrenz mit der siebtschnellsten Zeit und sicherten sich 918 Punkte, so viel wie noch keine Eisenacher Mannschaft vor ihnen, für die Gesamtwertung. Auch die Gesamtzahl von 3.537 Punkten bedeutet einen Rekord in der Eisenacher Staffel-Historie.
„Die Mädchen haben eine fantastische Teamleistung gezeigt und sich in jeder Disziplin deutlich gesteigert. Und sie bewiesen damit auch, dass sie in Thüringen aktuell nicht zu schlagen sind“, sagt Trainer Steffen Schulze sichtlich stolz.
Den Abschluss der Wettbewerbe bildete die Mannschaft der AK17/18 männlich. Isabel Stegmann, Selma Michael, Norick Leander Meißner, Nils Maier und Noah Schneider starteten erstmals in dieser Besetzung bei Deutschen Meisterschaften. Durch einen verletzungsbedingten Ausfall neu zusammengewürfelt war ihre Vorbereitungszeit extrem kurz. Und obwohl von vorneherein klar war, dass sie nicht um die vorderen Plätze mitschwimmen würden, zeigten sie eine starke, fehlerfreie Mannschaftsleistung und belegten am Ende Rang 22.
Doch nicht nur im Wasser waren die Eisenacher aktiv. Kerstin und Marco Becker sorgten als Mitglied des Kampfgerichts für einen reibungslosen und regelkonformen Ablauf der Meisterschaften.
Unterstützt wurden das Eisenacher Rettungssportteam von der Mercedes Schade GmbH & Co. KG, die für die Reise nach München einen Mietbus sponsorten.
Diese Erfolge motivieren die Sportlerinnen und das Trainerteam (Christian und Kerstin Becker, Lilly Marleen Weber, Charlotte Lenk und Steffen Schulze) gleichermaßen. So sind die Vorbereitungen auf die nächsten Wettkämpfe bereits wieder angelaufen.
Über den Rettungssport
Der Rettungssport entstand aus der Idee, Menschen für den Wasserrettungsdienst zu gewinnen. Als Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens verbindet er sportliche Leistung mit dem Training von Rettungstechniken. Diese Techniken können durch den Sport verfeinert und perfektioniert werden und im Ernstfall helfen, Leben zu retten. Um im Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein, brauchen die Sportlerinnen und Sportler Kraft, Kondition, Schnelligkeit und die sichere Beherrschung der Rettungsgeräte.
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